Mittwoch, 16. April 2014

Michail Chodorkowski veranstaltet "Ukraine - Russland: der Dialog" | 24./25. April in Kiew

Michail Chodorkowski veranstaltet „Ukraine – Russland: der Dialog" am
24. und 25. April in Kiew Moskau (16. April 2014) –

Michail Chodorkowski, ehemaliger politischer Gefangener in Russland,
wird gemeinsam mit dem ukrainischen Politiker Juri Luzenko und der
russischen Schriftstellerin Ljudmila Ulitskaja in Kiew ein
ukrainisch-russisches Dialogforum eröffnen. Die Veranstaltung findet vom
24. bis 25. April unter dem Titel „Ukraine – Russland: der Dialog"
statt. Chodorkowskis Stiftung „Offenes Russland", die Bewegung „Dritte
Ukrainische Republik" und der russische PEN-Club organisieren das Forum.
Führende Ökonomen, Wissenschaftler, Künstler, Experten, Journalisten,
Lehrer, Ärzte sowie Bürger- und Menschenrechtsaktivisten kommen
zusammen, um die Bande zwischen verschiedenen Gruppen der russischen und
ukrainischen Gesellschaft zu stärken und dem vom Kreml geführten
Informationskrieg entgegenzuwirken.

Bei einer öffentlichen Rede am Kiewer Polytechnischen Institut vor einem
Monat hatte Chodorkowski vorgeschlagen, einen Kongress für die russische
und ukrainische Bildungselite zu organisieren. In dieser Rede hatte er
gesagt: „Den Meinungsführern des öffentlichen Lebens kommt eine
besondere Rolle in der Aufrechterhaltung der Völkerverständigung zu; nur
sie allein haben der zügellosen Propaganda, die derzeit im russischen
Staatsfernsehen üblich ist, zumindest zu einem gewissen Grad etwas
entgegenzusetzen."

Im Rahmen des zweitägigen Forums werden Runde Tische und
Diskussionsrunden zu Themen wie Unabhängigkeit der Medien, Kultur,
Religion, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft
stattfinden. Unter den bestätigten Teilnehmern sind Dokumentarfilmer
Anatolij Borsjuk, die Schriftsteller Dmitri Bikow und Alexandra Kowal,
die TV-Moderatoren Tatjana Lasareva und Michail Shats, der
Schriftsteller und Radiomoderator Viktor Schenderowitsch sowie der
Schauspieler Mykola Weresen.

Am Freitag, den 25. April, um 20 Uhr endet das Forum mit einem
Rockkonzert ukrainischer und russischer Bands und anderer Künstler,
darunter „BoomBox" und „Notschnyje Snaipery". Forum und Konzert finden
im Olympischen Nationalen Sportkomplex in Kiew in der Tscherwonoarmijska
55 statt.

### WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Aktuelle Informationen finden Sie auf
der Webseite des Forums forum.khodorkovsky.ru (auf Russisch). KONTAKT
Presse- und Registrierungsanfragen richten Sie bitte an Maja Schokalo
unter press.dialog@gmail.com oder telefonisch unter +38 06730932. Die
Akkreditierung ist bis zum 23. April 2014 um 18 Uhr möglich.

Mittwoch, 12. März 2014

Newsletter zum Besuch von Michail Chodorkowski in der Ukraine


Chodorkowskis Rede auf dem Maidan: „Ruhm dem Volk einer neuen und demokratischen Ukraine“

Am Sonntag, den 9. März, verkündete Michail Chodorkowski auf dem Maidan vor den Tausenden, die sich auf dem Platz in Kiew versammelt hatten:  
 
„Mir wurde berichtet und gezeigt, was die Behörden hier getan haben. Sie haben es mit dem Einverständnis der russischen Behörden getan. Mehr als einhundert Menschen wurden getötet, 3.000 bis 5.000 verletzt. Ich habe Schutzschilde aus Sperrholz gesehen, die zum Schutz vor Salven aus Maschinenpistolen verwendet wurden. Mir war zum Weinen zumute. Es war entsetzlich. Das ist nicht meine Regierung.
 
Ich möchte Ihnen versichern, dass es auch ein komplett anderes Russland gibt.“
 
Die Videoaufzeichnung von Chodorkowskis Rede auf dem Maidan und die vollständige englische Fassung finden Sie hier.



„Für Ihre Freiheit und die unsere“: Chodorkowski spricht am Kiewer Polytechnischen Institut

 
Am Montag, den 10. März, hielt Michail Chodorkowski im polytechnischen Institut der Kiewer Universität vor Studenten einen Vortrag mit dem Titel „Für Ihre Freiheit und die unsere“.
 
„Wir wurden jüngst Zeugen tragischer Ereignisse, die jeden Ukrainer, jeden Russen und jeden Europäer betrafen“, bekundete Chodorkowski.
 
„Ich unterstütze die Idee, einen demokratischen Rechtsstaat mit einer einheitlichen zivilen Nation in Russland zu schaffen, bedingungslos. Ebenso bedingungslos unterstütze ich die vergleichbaren Bestrebungen des ukrainischen Volkes.“
 
In Bezug auf das Erfordernis eines „Marshallplans“ für die Ukraine erläuterte Chodorkowski die Bedeutung der Ukraine für Russland: „Vor allem bedeutet der erfolgreiche Aufbau einer demokratischen Ukraine die Vorstufe für die Schaffung eines neuen Russlands – eines Landes der Gerechtigkeit und der demokratischen Werte“, argumentierte er.
 
Lesen Sie hier die vollständige englische Übersetzung von Chodorkowskis Vortrag.


 

Chodorkowski trifft sich mit Maidan-Aktivisten und besucht Verletzte

 
Nach seiner Ankunft in Kiew am Samstag, den 8. März, traf Chodorkowski sich auf dem Maidan mit Aktivisten und Anführern. Am folgenden Morgen besuchte er in einem Krankenhaus Demonstranten, die während der Proteste durch Beschuss verletzt wurden, und auch Polizisten, die bei den Konflikten Verletzungen davontrugen.
 
Die Fotos seines Besuchs auf dem Maidan am Samstagabend betitelte Chodorkowski wie folgt: „Heute Abend auf dem Maidan. Gefallene Helden bilden eine Gasse. Dutzende wurden hier von Scharfschützen hingerichtet. Jetzt ist der Platz ein Meer aus Blumen und Kerzenlichtern.“ In Bezug auf einige der Aktivisten, die er traf, verlautete Chodorkowski: „Ich würde sie nicht als Faschisten bezeichnen. Sie meinen es ernst. Russen wie Ukrainer. Sie treten ihrer eigenen korrupten Regierung entgegen. Sie sympathisieren mit uns.“
 
Hier gelangen Sie zu Chodorkowskis Fotoreportage und hier zur Fotogalerie.

 
 






Montag, 3. März 2014

Michail Chodorkowski zur Krise in der Ukraine

„Als Folge inkompetenter Handlungen von Politikern stehen wir
unmittelbar vor der Beteiligung an einem Bürgerkrieg in der Ukraine. Das
bedeutet viele Tragödien, auch für Millionen russisch-ukrainische
Familien, und äußerst schwerwiegende Folgen für die innenpolitische
Situation in Russland, aber auch für das internationale Ansehen unseres
Landes. Es wird niemanden geben, der davon nicht betroffen sein wird.
Ich habe Verwandte und Freunde, die Ukrainer sind. Genauso wie für
andere ist dies für mich eine Familienangelegenheit. Ich erkläre meine
Bereitschaft, jederzeit auf Einladung jeder verantwortungsbewussten
gesellschaftlichen Kraft an jeden Ort der Ukraine zu reisen, um dabei zu
helfen, ein Blutvergießen zu verhindern. Ich meine, dass zum jetzigen
Zeitpunkt die Anwesenheit unabhängiger und international bekannter
Personen in der Ukraine dazu beitragen kann, die Eskalation des
Konflikts zu stoppen." Michail B. Chodorkowski, 3. März 2014 ###
Kontakt: Chodorkowski Kommunikationszentrum Russischsprachige Medien
Olga Pispanen (Pressesprecherin von Michail Chodorkowski) Deutsche
Medien Christian Hanne (Hanne + Maack Kommunikation) Internet:
www.khodorkovsky.com

Donnerstag, 20. Februar 2014

Chodorkowski erklärt Unterstützung für Angeklagte im Bolotnaja-Prozess





20. Februar 2014

 

Chodorkowski vor dem Bolotnaja-Prozess: “Wir sind kein Abfall, sondern Bürger unseres Landes”


Michail Chodorkowski hat zum Beginn des Bolotnaja-Prozesses am 21. Februar 2014 eine Erklärung veröffentlicht, in der er seine Unterstützung gegenüber den Angeklagten bekundet. Die Angeklagten beteiligten sich friedlich bei den Demonstrationen am 6. Mai 2012. Die Erklärung Chodorkowskis lässt sich im russischen Wortlaut hier abrufen und ist im Folgenden übersetzt:


“Der letzte Akt eines wahrhaftigen Dramas spielt sich gerade vor unseren Augen ab. Während des Schauprozesses am 21. Februar wird die Richterin eine Entscheidung im Bolotnaja-Prozess fällen. Niemand zweifelt daran, dass das Urteil von Rachsucht und Grausamkeit geprägt sein wird. Die Anklage forderte eine bis zu sechsjährige Haftstrafe für die sieben Männer und die junge Frau. Vielleicht mag die Richterin Nikischina die Haftstrafen ein wenig verkürzen – das ist aber nicht von großer Bedeutung.

 

Was allerdings wichtig ist, ist dass wir es in der russischen Geschichte wieder eine weitere schändliche Episode gibt, in der unschuldige Menschen als Geiseln gehalten werden und bei der wird nichts getan haben, um dies zu verhindern. Während der friedlichen Demonstrationen haben wir immer das „Einer für alle und alle für einen!“ gehört. Nun ist es an der Zeit, diesen Leitspruch zu bekräftigen und zu beweisen, dass wir kein Abfall sind, sondern Bürger unseres Landes.

An dem Protestmarsch des 6. Mai 2012 haben tausende Menschen teilgenommen. Für die Kampagne zur Unterstützung der Angeklagten im Bolotnaja-Prozess setzen sich allerdings nur ein paar Dutzend ein. Sogar das Verhalten der Gerichtsdiener, die keine Zuschauer in den Gerichtssaal lassen, zeigt aber, dass eine Unterstützung notwendig ist. Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass Ihre Anwesenheit während der beiden Yukos-Prozesse und Ihr unablässiges Interesse über die mehr als zehn Jahre Platon Lebedew und mir immens geholfen hat. Solidarität wird nicht nur von denen hinter Gittern gebraucht, sondern auch von uns. Das ist genau, was Pastor Niemöller sagte, der aus erster Hand wusste, was es bedeutet, aufgrund seiner Überzeugung verfolgt zu werden.

“Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert, ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte“

Die Zeit für die Unterstützung ist fast abgelaufen, bevor sich die Gefängnistüren für die Angeklagten im Bolotnaja-Prozes schließen. Unser Einsatz ist nicht nur für die Gefangenen und ihre Familien wichtig, sondern auch für alle, die sich um das Schicksal Russlands sorgen – und um seine demokratische Entwicklung.“

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Mittwoch, 22. Januar 2014

Chodorkowski-Newsletter - Januar 2014



22. Januar 2014


 

Einen Monat nach seiner Freilassung dankt Chodorkowski seinen Unterstützern


Vor etwas mehr als einem Monat wurde Michail Chodorkowski freigelassen und nach über zehn Jahren ungerechter Inhaftierung war er endlich ein freier Mann. Michail Chodorkowski und seine Familie danken all denen unter Ihnen, die Botschaften der Unterstützung geschickt haben, die seinen Fall über die Jahre hinweg verfolgt und dafür gesorgt haben, dass er nie vergessen wurde.


„DAS WICHTIGSTE IST JETZT: FREIHEIT, FREIHEIT, FREIHEIT!“
Chodorkowskis landete am Freitag, 20. Dezember 2013, auf dem Berliner Flughafen Schönefeld. Begrüßt wurde er vom früheren deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der seine Freilassung ausgehandelt hatte. Es folgten einige turbulente Tage, an denen das lang ersehnteWiedersehen mit der Familie sowie Interviews und Pressekonferenzen stattfanden.

„Nach zehn Jahren ist dieses Gefühl der Freiheit unglaublich“, schilderte Chodorkowski in seinem ersten Interview, das er mit Yevgenia Albats von der New Times führte, seine Gefühle. „Das Wichtigste ist jetzt: Freiheit, Freiheit, Freiheit!" Chodorkowski betonte, dass er sich künftig für andere politische Häftlinge in Russland einsetzen will, darunter auch seine früheren Kollegen bei Jukos, Platon Lebedewund Alexej Pichugin.


PRESSEKONFERENZ IM BERLINER MAUERMUSEUM AM CHECKPOINT CHARLIE
36 Stunden, nachdem er das Straflager in Segescha verlassen hatte, kam Chodorkowski am Berliner Mauermuseum am Checkpoint Charlie an, wo sich hunderte Fotografen und Journalisten von Medien aus allen Teilen der Welt auf engem Raum drängten.

LESEN SIE DIE VOLLSTÄNDIGE ÜBERSETZUNG VON CHODORKOWSKIS PRESSEKONFERENZ IN BERLIN (IN ENGLISCHER SPRACHE)

Chodorkowski dankte all jenen, die an der Sicherung seiner Freilassung beteiligt waren. Er wies jedoch darauf hin, dass das Thema mit seiner Freilassung nicht erledigt sei: „Sie sollten in mir nicht ein Symbol dafür sehen, dass es keine politischen Häftlinge in Russland mehr gibt“, sagte er. „Stattdessen bitte ich Sie, mich als Symbol dafür zu betrachten, dass, wenn die Zivilgesellschaft etwas erreichen will, sie in der Lage ist, durch ihre Anstrengungen sogar die Freilassung von den Menschen zu erreichen, deren Freilassung sich niemand vorzustellen wagt.”

CHODORKOWSKI WÜRDIGT SEINEN FREUND UND ANWALT JURI SCHMIDT
Am 19. Januar nahm Chodorkowski an einer von der Heinrich-Böll-Stiftung organisierten bewegenden Gedenkfeier teil, bei der er zusammen mit Arseni Roginskivon Memorial und der Grünen-Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck den legendären russischen Anwalt und Menschenrechtsaktivisten Juri Markowitsch Schmidt würdigte. Chodorkowski unterstrich dabei, man könne die Mission Juri Markowitschs am besten dadurch fortführen, indem man diejenigen unterstütze, dieungerechtfertigterweise für ihre Ideen und Einstellungen im Gefängnis sitzen. Zu Beginn des Monats hatte Chodorkowski seines Freundes und Anwalts anlässlich dessen ersten Todestags gedacht: „Vor einem Jahr ist Juri Markowitsch gestorben“, schrieb er, „wir müssen seine Arbeit fortsetzen.“

SCHAUEN SIE HIER EIN VIDEO DER VERANSTALTUNG DER HEINRICH-BÖLL-STIFTUNG INDEUTSCHER BZW. IN RUSSISCHER SPRACHE

Bei seinem Aufenthalt in Berlin traf Chodorkowski denstellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und scheidenden Russland-Koordinator der Bundesregierung, Andreas Schockenhoff,um seiner Dankbarkeit für die erhaltene Unterstützung Ausdruck zu verleihen. Dabei wiederholte er seine Zusage, „alle mir zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um politischen Gefangenen in Russland zu helfen und dort die Rechtsstaatlichkeit zu festigen.” Chodorkowski hatte auch ein Treffen mit dem SPD-Abgeordneten und künftigen Russland-Koordinator Gernot Erler. Außerdem kam Chodorkowski mit Vertretern von Amnesty International und anderen NGOs zusammen, um ihnen für ihre weltweite Unterstützung zu danken.

OBERSTES GERICHT BERÄT AM 23. JANUAR LEBEDEWS BERUFUNGSANTRAG
Das Oberste Gericht Russlands wird sich am 23. Januar mit einem Berufungsantrag vonChodorkowskis Freund und Geschäftspartner Platon Lebedew befassen. Am 25. Dezember 2013 hatte der Vorsitzende des Obersten Gerichts die Revisionsanträge von Chodorkowskis und LebedewsVerteidigern an das Präsidium des Obersten Gerichts zur Prüfung weitergeleitet.

Hierzu merkte Michail Chodorkowski an: „Ich begrüße die Entscheidung des Obersten Gerichts. Ich hoffe sehr, dass das bürokratische Verfahren nicht zu langwierig wird und Platon Lebedew seine Freiheit früher zurückerhält.“